Freitag, 16. April 2010

Gut, besser - HEUTE!

Heyho!

Solche Tage wie heute sollte es öfter geben.
Beim Blick in den Briefkasten war die CD von Alive at Last angekommen, die mir bereits den Mittag versüßte. (Review dazu folgt)
Da der Proberaum noch in der Renovierungsphase steckt, gab es heute wieder eine Homeprobe - weniger Hektik für mich.
Vor der Probe war ich etwas skeptisch, doch sofort, zum Beginn der Probe, schien die gesamte letzte Woche ausradiert. Die Enttäuschung, der Hass, die Verzweiflung - alles war weg!
Alles war wieder in Butter, 3kg Butter natürlich! ;)

Alles in allem war der Tag sehr gut schon. Viel  gelacht über Stuhlgänge und Handys mit Stahlpanzern. xD
Und über uns selbst. [Oh man, sind wir kindisch! x)))]

Doch schon wieder fällt mir auf, wie ähnlich sie sich doch sind...

Schon das war ein schöner Tag mit Vorfreude auf morgen, bis der Tag eindeutig perfekt wurde:

CALLEJON kommen zum Pfingst-Open-Air nach Essen!!!

Das war doch eindeutig das Sahnehäubchen!
Ich kann es schon jetzt kaum mehr erwarten, eine der geilsten Bands dieses Landes kostenlos live zu sehen!


Heute ist nicht alle Tage. ich komm wieder, keine Frage.
Doch bis dahin ein Let's Rock und ein Affengebrüll an das Internet!

Samy

Samstag, 10. April 2010

Review: At the Soundawn - Shifting

vire


Artist: At the Soundawn
Album: Shifting
Date: 2010
Genre: Hardcore/Ambient

01. Mudra: in Acceptance and Regret
02. 7th Moon
03. Caofedian
04. Drifting Lights
05. Black Waves
06. Hades
07. Prometheus Bring Us the Fire


At The Soundawn sind eine Band, über die man sich streiten kann.
Was aber klar ist, ist, dass sie aus Italien stammen und, wie viele gute Metalbands, beim deutschen Label Lifeforce Records angesiedelt sind.
Und sie machen "Ambient Hardcore". Was das ist? Auf Deutsch könnte man es etwa "Fahrstuhlcore" nennen.
Was auf dem neuen Album auf den Hörer wartet, kann man schon am Titel erahnen: Veränderung, ständige Bewegung - Shifting.

Los geht es mit einem ruhigen Gitarrenriff auf "Mudra", was sofort in einen rauhen Metalsong übergeht.
Was mir an ATS gefällt, ist, dass sie sich Zeit lassen. Oft gehen sie auf dem Album, wie hier, über die 7-Minuten-Grenze.
Der neue Frontmann der Band gefällt mir sehr gut. Er hat nicht so einen starken Akzent wie sein Vorgänger, was vor Allem bei den Shouts gestört hat.
Der Shoutpart am Anfang gefällt mir sehr, auch textlich bewegen sich At The Soundawn auf hohem Niveau.
Nach einer Pause von ca. einer Minute beginnt dann der cleane Gesang, bei dem der neue Sänger sein Können unter Beweis stellt. Der Beginn des Gesangs ist düster und atmosphärisch. Dann steigt eine Trompete ein. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig und klingt etwas nach Lounge Music oder Bar Jazz. Da ich Jazz mag, werte ich das positiv.
Ein sehr gutes Lied und wahrscheinlich sogar der Höhepunkt des Albums!

Darauf folgt "7th Moon". Hier dienen die geschrieenen Vocals eher als Einleitung in den Song.
Größtenteils ist das Lied nämlich instrumental.
Was zuerst noch typischer Metalsound ist, wird von einer triumphalen Trompete überdeckt, was etwas nach alten Mittelalterfilmen klingt.
Nach der Trompetenorgie geht es raus aus dem Thronsaal, rein in das Indianerdorf. Mit einer Tabla und Weihnachtsglocken wird der indianisch-mysteriöse Gesang noch untermalt.
Viele verschiedene Elemente in einem Song. Für viele mag das gezwungen oder verwirrend klingen, aber meiner Meinung nach ist das genau das Konzept des Albums - Shifting.

"Caofedian" ist auch wieder ein Song, der sich Zeit lässt. Richtig beginnt er erst nach fast 3 Minuten!
Der klare Gesang steht auch hier wieder mehr im Vordergrund als auf ihrem Debütalbum.
Die Trompete fügt sich hier eher in die Melodie des Songs ein, statt ein eigenes Solo zu spielen.
Da sie zeitgleich mit der kreischenden Gitarre spielt, sticht sie kaum heraus, das ist aber nicht schlimm.
Das dezente Shouten gegen Ende des Songs fügt sich seltsamerweise gut in das eigentlich ruhige Instrumental ein.

Zu "Drifting Lights" kann man nicht allzu viel sagen.
Das Lied ist komplett instrumental, und die ruhige Gitarre und ihr elektronisch verfremdetes Echo lassen den Song interessant klingen. "Hardcore" findet man in diesem Song nur schwer. Den Song kann ich mir gut vorstellen, ihn nachts zu hören, während ich durch die Straßen gehe.
Später setzen wieder Tabla und Glo  Titel gewählt, was bei instrumentalen Stücken oft nicht leicht ist.

"Black Waves" startet mit einem ungewöhnlich stotterigem Gitarrenriff, was aber plötzlich, sobald das Schlagzeug einsetzt, perfekt harmoniert und sogar flüssig klingt. Hier gehen die Italiener es etwas härter an.
Ein hartes Shouten mit rockigem Schlagzeug und einer verzerrten Gitarre, doch auch klarer Gesang, der sich jedoch im Hintergrund hält. Erinnert stark an das alte Album "Red Square: We Come In Waves".
Dennoch klingt der Song reifer, als man ihn von "Red Square" gewohnt ist.
Was mir besonders an dem Lied gefällt, ist das Drumsolo.

"Hades" ist der griechische Gott der Unterwelt. Diesem widmen At The Soundawn auch dieses Zwiegespräch. 
"Hades, I no longer love  you" heißt es im Song. Wahrscheinlich sind die Lyrics an die Sage von Hades und Persephone angelehnt. Hades' Worte sind klarer Gesang, die Worte der Persephone wütendes Geschrei.
Hades beendet das Gespräch mit den Worten "It's too late, goodbye.".
Darauf folgt ein einminütiges Trompetensolo, das schon fast nervig ist.
Alles in allem ein sehr gutes Lied, kommt aber nicht ganz an "Mudra" ran.

In der griechischen Mythologie beenden wir auch die Reise durch die Welt von At The Soundawn.
Oder doch in einer Werkstatt? Denn "Prometheus Bring Us the Fire" wird stetig von dem dumpfen Geräusch einer Stanzpresse begleitet. Was das mit dem Song zu tun hat? Keine Ahnung, aber es hört sich ganz gut an.
Das ruhige Riff der Gitarre gibt dem Hörer einen tollen Einstieg in das eigentlich härtere Lied.
Der Gesang ist teils im Vordergrund, teils im Hintergrund. Der Backgroundgesang, der mir auf dem Vorgängeralbum so gefallen hat, ist auch hier wiederzufinden, doch auch klarer Gesang im Vordergrund und auch Shouts. Hier wurde exzellente Arbeit geleistet. So gut eingesetzte Shouts waren selten auf einem Song zu hören.
Ab ca. der Mitte des 9-minütigen Machwerks kommt eine sehr interessante Seite der Band zum Vorschein. Eine Gitarre mit Echo, die reaggae-ähnliche Noten spielt, mit atmosphärischem Gesang im Hintergrund, um dem Hörer eine Pause zu geben, bevor sich der Song in einem vollkommen überdrehten Screamo-Breakdown verliert. Dieser Breakdown wird mehr und mehr wieder von der Stanzpresse übertönt, die den Hörer wieder in die eigenen vier Wände zurückbringt, der nur darauf wartet, erneut einzutreten in die Welt von At The Soundawn!

Fazit: Ein sehr gelungenes Album in meinen Augen. At The Soundawn machen ihr eigenes Ding und sind anders - und genau das wird das Problem sein, warum manchen "Shifting" nicht gefallen wird.
Es gibt nur wenige Metal-Fans die gerne mal Bar-Jazz oder The Cure hören.
Und Lounge-Fans, die sich gern Schrei-Orgien à la Isis anhören, kenne ich auch keine.
"Shifting" ist mit seinen experimentellen Ausschweifungen noch weniger massentauglich als sein Vorgänger.
Mir persönlich jedoch gefällt es sehr gut und trifft meinen Geschmack.
Deshalb sind  9/10 Punkten mehr als berechtigt!