Sonntag, 24. Januar 2010

Review: Dioramic - Technicolor (2010)


Artist: Dioramic
Album: Technicolor
Date: 2010
Genre: Melodic Death/Mathcore
Label: Lifeforce Records



01. Ghosts In The Machine
02. Black Screen Goodbye
03. The Antagonist
04. Eluding The Focus
05. Arms Of Poseidon
06. The Lone Gunman
07. Lost In Error
08. Lukewarm Remains
09. Doom
10. Roses & Echoes
11. Debris

Wer die CD im Laden finden sollte, wird zunächst irritiert sein, denn der Sticker auf der CD verspricht "für Fans von Muse und The Dillinger Escape Plan". Das klingt in etwa wie U2 und Slipknot.
Wen dann aber der Gedanke packt, die CD mitzunehmen, dem wird das Versprechen offenbart: Eine geniale, deutsche Metalcore-Band! Was die 3 Jungs hier auf den knapp 50 Minuten ihres dritten Solos liefern, kann locker mit den Größen des Genres mithalten, wenn nicht sogar seine Messlatte erhöhen.

Eingeleitet wird das über Lifeforce Records erschienene Werk von einem instrumentalen Part, der nach einer halben Minute von einem Growl überdeckt wird. Gelungen! Das klingt bisher alles etwas nach August Burns Red, jedoch zeigt sich bereits eine Minute später, was Dioramic so besonders macht: Eingängiger Gesang des Bassisten. Genialer Opener.
Danach folgt die, mir schon bekannte, Single Black Screen Goodbye, welche mit einem genialen Chorus und einer gut eingesetzten Drumline überzeugen kann. Man merkt bereits hier, dass das Schlagzeug hier oft über den Bereich des Taktinstruments herausgeht. Ein sehr großer Pluspunkt für mich! Eins der Highlights des Albums. Zwischendurch werden einfach mal Sätze gesprochen, was teils an Kenzari's Middle Kata erinnert. Die Gangshouts am Anfang des Songs lassen den Zuhörer so richtig warm werden, und der Klavierpart am Ende lässt den Song noch interessanter wirken, bis der Übergang zum nächsten Song lückenlos stattfindet.
The Antagonist. Ein brutal beginnender Song, der immer wieder in die ruhige Ecke geht. Auch hier sind einige Growls zu finden. Was bei anderen Bands wie zum Beispiel Suicide Silence stark gezwungen erscheint, klingt bei Dioramic gut eingesetzt. Was hier besonders auffällt ist die Singeinlage, die mitten im Satz von Shouts oder Screams überdeckt wird. Toller Song mit einem genialen taktbasierten Outro.
Eluding the Focus wird mit dem leicht psychedelischen Sing-Chorus eingeleitet, wo später erst die Drums dazukommen. Hier sind eher wenig Screams vorzufinden. In den Strophen klingt der Sound leicht jazzig angehaucht. Die Grind-Abfahrten lassen den Song wieder vielseitig klingen! Mehr davon! Auch das Gitarrensolo in der Mitte des Songs hin hat einen gewissen Grindcore-Style. Gehört zu den härtesten Songs der Platte. Zum Ende hin noch ein Solo, welches schon fast nach Classic Rock klingt - sehr vielseitig.
Nun zum absoluten Highlight des Albums: Arms of Poseidon, welches mit einem Gitarrenriff beginnt, der eher nach Emocore-Bands wie Jimmy Eat World klingt, was aber kurz danach mit Screams à la Alesana übertönt wird. Im harten Hintergund des Songs setzt dann plötzlich ein langgezogener Chorus ein, der den Song zu etwas ganz besonderem macht - Gänsehaut.
Der Instrumentalsong The Lone Gunman, welcher nur aus Gitarre besteht, macht den perfekten Übergang zwischen den beiden Albumhälften. Klingt sehr geheimnisvoll. Weiter gehts!
Einer der härteren Songs ist Lost in Error. Hier klingen sie teils sogar nach Avenged Sevenfold.  Dann kommt aber das typische Sing-Interlude und man weiß, was man hier hört - DIORAMIC nämlich!
Ein cooler Song über gescheiterte Liebe, der den Vergleich zum Weltuntergang sucht. Sehr gute Lyrics.
Weiter geht's mit einem der ruhigsten Songs der CD. Lukewarm Remains spricht due Zukunft an: Luftverpestung, verlassene Straßen, Kälte, jede Menge sinnlose Maschinen. Diese Sci-Fi-Atmosphäre wird durch das Gitarrenriff und die Background-Vocals unterstützt. Diese perfekte Atmosphäre macht Lukewarm Remains zu einem weiteren Highlight.
Nach einer ruhigen Nummer geht es mit dem Growl/Scream-Brett Doom weiter. Der Wechsel zwischen Screams und Growls erinnert stark an ihre Kollegen War From A Harlots Mouth, doch auch hier wird nicht auf den gesungenen Chorus verzichtet. Was bei einem so harten Song natürlich auch nicht fehlen darf, ist ein gehörig quietschendes Gitarrensolo.
Auch Roses & Echoes bedient sich eines härteren Sounds. Was an diesem Song besonders ist, ist dass die Strophen ohne Gitarre auskommen, aber dafür von einer fetten Bassline untermauert sind. Im Chorus und der Bridge sticht vor allem das Schlagzeug heraus. Erwähnenswert ist hier auch der ruhige Teil mit Gesang und Keyboard. Sehr gut in diesen eigentlich harten Song eingesetzt. Die Gesangsmelodie ist hier sehr schön, und auch das darauffolgende Mandolinensolo klingt sehr interessant. Das ist nebenbei der vielseitigste Song des Albums. Die instrumentalen Zwischenteile erinnern hier wieder an WFAHM.
Endstation ist Debris, der mit Abstand ruhigste Song des Albums. Hier wird komplett auf Screams und Shouts verzichtet. Dafür geht man hier mal über die normale Songlänge hinaus: 8:30 Minuten geht der Song. Kürzer könnte er auch nicht sein, da er auch wieder sehr vielseitig ist. Gefällt sehr gut. Die Vocals, die mit dem Keyboard übereinstimmen, und dazu noch sehr hoch sind, klingen sehr hypnotisch und einprägend.
Der Vocalpart des Intros wird später noch einmal wiederholt und erinnert stark an Snow Patrols Radiohit "Chasing Cars". Klingt einfach hammer!
Rundum ein sehr guter Song, der langsam mit der Gitarre zuende geht. Hammer!

Somit hinterlassen DIORAMIC einen mehr als nur guten Eindruck, und ein sehr gutes Album, welches meinen CD-Player erstmal nicht wieder verlässt. Wahrscheinlich ist es schon das Album des Jahres, aber man sollte keine voreiligen Schlüsse ziehen.


10/10 Punkten!



Ach ja, Geheimnis, Gewinnspiel. *hust*

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen